Du bestimmst wie stark dein Feuer brennt 🔥

In der Lehre des Ayurveda wird Agni als Verdauungsfeuer beschrieben. Am Anfang war das Feuer, hören wir schon im Schöpfungsmythos. Eine Kraft die von zentraler Bedeutung für unser Immunsystem und damit die körperliche und geistige Gesundheit ist. Ohne die Fähigkeit der Umwandlung, der Transformation, wäre das Leben nicht möglich. Wie reibungslos unser ganzes Körper – Geistsystem also funktioniert ist abhängig vom individuellen Stoffwechsel. Doch der wird, wie wir alle bestimmt schon mal selbst erfahren haben, beeinträchtigt von vielen äußeren und inneren Einflüssen. Was , wie und wann wir essen, welchen Lebensstil wir führen hat eine große Auswirkung auf die Intensität unseres Verdauungsfeuers, das Agni. Dieses naturgegebene Prinzip schenkt uns einen großen Einfluss auf unsere Lebensqualität.

Wie nützt der Ayurveda diese Erkenntnis für die Gesundheit?

Das komplexe und sensible Verdauungssystem des Menschen kann sowohl als Segen aber auch als Fluch der Schöpfung betrachtet werden. Unser Energiehaushalt ist davon abhängig und beeinflusst das gesamte Wohlbefinden. Genau hier setzt der Ayurveda an und nutzt die Ernährung als geniales Energiesparmodell. Jegliche Verschwendung von Agni soll nach der Idee des Ayurveda vermieden werden. Ein Konzept, dass den Stoffwechsel massiv entlastet und somit die Verdauungsorgane unterstützt. Mit ganz einfachen Tools werden hier die körpereigenen Vorgänge genutzt. Warmes Essen oder Getränke müssen nicht von der Energie des Körpers gespeist werden, der darf in den Stromsparmodus gehen und seine Ressourcen schlau nutzen.

Damit die Vitamin und Nährstoffversorgung gesichert bleibt, wird im Ayurveda mit frischen und biologisch hochwertigen Nahrungsmitteln gekocht. Speisen die eingefroren, oder aufgewärmt werden oder gar industriell verarbeitet sind, gelten daher als nicht förderlich. Grundsätzlich sieht der Ayurveda die Nahrungsmittel nicht isoliert oder teilt sie in gut oder böse ein. Vielmehr betrachtet er sie in ihrer Gesamtheit und fragt: „wie verträglich ist ein Nahrungsbestandteil für den Einzelnen und wie leicht oder schwer kann es verdaut werden?“ Meist macht die Kombination der Malzeit schon viel aus wenn es um die Verträglichkeit und die Stoffwechselenergie geht.

Wie sieht der Ayurveda denn Agni das Verdauungsfeuer?

Schon lange bevor die westlich geprägte Medizin die Komplexität des Darms entdeckte und Begriffen wie das Mikrobionom und das enternische Nervensystem, Aufmerksamkeit schenkte, wusste der Ayurveda die Zusammenhänge von Darmgesundheit und Lebensenergie zu deuten. Die primäre Aufgabe der Verdauung ist ja die Aufspaltung körperfremder Stoffe ( Nahrungsmittel ) und deren Umwandlung in körpereigene Substanzen, die von unserem Organismus aufgenommen und verwertet werden können.

Agni wird nicht als einzelne Stoffwechselkraft verstanden, sondern bezeichnet das Zusammenspiel verschiedener Prozesse. So wird Agni in seiner Aufgabe und Wirkregion des Körpers unterschieden.

🔥 Bhūtāgnis die Gewebefeuer wirken in Mund und Magen und spalten die Nahrungsmittel auf.

🔥 Dhātvāgnis die Gewebefeuer wirken hauptsächlich im Zwölffingerdarm/oberen Dünndarm. Hier werden die einzelnen Bestandteile in Gewebematerialien umgewandelt.

🔥 Jātharāgni das Königsfeuer wirkt sowohl im Dünn, als auch im Dickdarm und ist zuständig für die Umwandlung in körpereigene Stoffe. Diese werden über die Blutbahn aufgenommen und können schließlich weiter verarbeitet werden.

Allgemein weist der ayurvedische Ansatz auf die Rhythmen der Natur und ihre Auswirkung auf die Verdauungskraft hin. So ist der Stoffwechsel abhängig von den Tages und Nachtzeiten, aber auch entsprechend der Jahresrythmen unterschiedlich ausgeprägt. Wer kennt nicht das Phänomen wenn im Winter die Pfunde feste auf den Hüften kleben und dann im Frühling wieder von alleine purzeln.

Wie vielfältig die Betrachtungsweise von Agni in der Wissenschaft des Ayurveda ist, zeigt sich jedoch im besonderen, wenn der einzelne Mensch in den Fokus rückt.

Welche Rolle spielen die Bioenergien im Stoffwechselprozess?

Jeder Mensch ist geprägt durch Einflüsse der eigenen Biogenetik die er bereits mit auf die Welt bringt. Hier nimmt der Ayurveda Bezug auf die Elemente, die in unterschiedlicher Ausprägung im menschlichen Organismus wirken und ganz individuell variieren. Ob ein Mensch z.B. viel Erdenergie gepaart mit dem Feuerelement oder aber mehr Luft und Feuerenergie in sich trägt macht z. B. einen Riesen Unterschied im Verdauungsgeschehen und somit in seinem gesamten Lebensausdruck.

Die Balance unsere Bioenergien, der sogenannten Doshas bestimmt unser allgemeines Wohlbefinden und die Gesundheit. Eine gute Verdauungskraft sorgt für die Erhaltung unseres Immunsystems und die Funktion der Entgiftungsprozesse. Hier spielt auch ihr Einfluss auf das Hormon und Drüsensystem eine herausragende Rolle. Ohne Stoffwechsel, Zellerneuerung und intrazelluläre Kommunikation ist Leben nicht möglich. Auch die westliche Medizin, hat den Zusammenhang von unserem Nervensystem mit dem Enternischen

Ayurveda und Yoga geben der Erhaltung dieser Systeme deshalb eine große Bedeutung. In einem ausgeglichenes Verdauungsfeuer ( Agni ) sieht der Ayurveda, die Voraussetzung für unserer Wohlergehen. Der ganzheitliche Ansatz des Ayurveda will alle Körper – Geistsysteme in einen natürlichen Einklang miteinander bringen, so das Gesundheit ein natürlicher Zustand sein kann.

Vielleicht hat dich dieser Beitrag ja inspiriert, deine Verdauungskraft einmal etwas genauer zu betrachten. Wenn du wissen möchtest, was du tun kannst um dein Agni in Balance zu bringen, dann nimm gerne Kontakt mit mir auf.

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